Gibt es ausserirdische Zivilisationen? Haben sie uns besucht? Sind UFOs ausserirdischen Ursprungs? Viele Menschen sind davon überzeugt, dass wir von E.Ts immer wieder heimgesucht worden sind. Zweifel an solchen Vorstellungen sind angebracht.
UFO = Ausserirdisch?
Ein UFO (Unidentified Flying Object) ist per Definition1 ein nicht identifizierbares fliegendes Objekt, dem, infolge der fehlenden Identifikation, meistens ein ausserirdischer Ursprung zugeschrieben wird. UFO-Beobachter erwarten den ausserirdischen Ursprung geradezu. Er wird fast automatisch zur Hypothese und die Wahrnehmung wird in Richtung der Erfüllung der Hypothese2 geleitet. Die Beobachter neigen zum Beispiel dazu, Merkmale zu erkennen, die nicht irdischen Ursprungs sein können und ignorieren Merkmale, die einen irdischen Ursprung erklären würden.
Ein ausserirdischer Ursprung konnte noch nie nachgewiesen werden. Damit war der Ursprung der beobachteten UFOs entweder nicht ausserirdisch, oder die Qualität der Beobachtung genügte für den Nachweis nicht. Wir tappen bei der Frage des ausserirdischen Ursprungs im Dunkeln. UFO Beobachtungen werden heute in den USA von einer zivilen und einer militärischen Behörde untersucht, weshalb ich Verschwörungstheorien ausschliessen möchte.
Anmerkung: Der neue offizielle Begriff für UFO ist UAP (unidentified aerial phenomena)
Eigenschaften und Qualität der Beobachtungen
Bei Erzählungen über UFOs muss man sich auf die Glaubwürdigkeit des Beobachters verlassen, der darüber berichtet. Wenn sich vergleichbare Beobachtungen häufen, ergründet man die Ursachen für ihre Ähnlichkeit. Man kommt dabei zum Ergebnis, dass sich die Ähnlichkeit der Beobachtungen auf einen vergleichbaren Erfahrungshintergrund bei den Beobachtenden zurückführen lässt. Zum Beispiel: Die beobachteten UFOs ähneln den Raumschiffen in den gängigen Science-Fiction Filmen. In den 1950er Jahren beschrieben UFO-Sichtungen meistens rotierende fliegende Untertassen, wie sie damals im Kino gezeigt wurden. In den darauffolgenden Jahrzehnten änderte sich die Form, aber immer in verblüffender Übereinstimmung zu aktuellen Kino- und TV-Filmen.
Bildbeweise haben seit den 1950er Jahren stark zugenommen, denn heute haben alle ein Smartphone dabei und damit eine hochwertige Kamera und eine Video-Kamera mit hoher Auflösung. Obwohl fast alle Beobachter damit umgehen können, fällt auf, dass UFO-Bilder und -Filme verwackelt und unscharf sind, so dass man keine eindeutigen Schlüsse ziehen kann. Die grosse Distanz und das Überraschungsmoment wird meistens als Ursache für die schlechte Bildqualität angeführt, denn es ist nahezu unmöglich, mit Smartphones schlechte Fotos oder Videos zu machen.
Die beobachteten UFOs gleichen – abgesehen von Wetter-Phänomenen – meistens Flugobjekten, deren Flugeigenschaften auf den ersten Blick unnatürlich bzw. «unirdisch» erscheinen. Zum Beispiel: Extrem schnelle Richtungswechsel, die kein normaler Pilot aushalten würde.
Die UFOs gleichen immer häufiger Drohnen, deren Verbreitung sowohl im professionellen Einsatz als auch als Hobby zugenommen haben. Der Verdacht liegt daher nahe, dass Drohnen unbeabsichtigt zu UFOs werden.
Auch Beobachtungen von Profis, wie Linienpiloten, Kampfpiloten oder Astronauten sind bisher nicht als ausserirdisch zu identifizieren. Bei den meisten wird ein natürlicher, irdischer Ursprung entschlüsselt. Zum Beispiel fehlerhafte Radar- oder Sensor-Anzeigen. Der Grund für die bessere Wahrheitsfindung bei professionellen Beobachtungen sind die Meldepflicht und die systematische Analyse.
Last but not least sind viele Beobachtungen betrügerisch.
Einem Beitrag der NZZ vom Juni 2023 ist zu entnehmen, dass sowohl die Nasa als auch das Pentagon Mühe mit den untersuchten Beobachtungen bekunden. Bei den 800 untersuchten, registrierten Beobachtungen von UAP (unidentified aerial phenomena) des Militärs (Pentagon) blieb nur ein kleiner Prozentsatz (noch) nicht erklärt. Die allermeisten Beobachtungen hatten banale Ursachen. Die Nasa untersucht Beobachtungen von Zivilisten und kommt zu einem ernüchternden, vorläufigen Ergebnis: «Die vorhandenen Daten und Augenzeugenberichte allein sind unzureichend, um schlüssige Beweise über die Art und den Ursprung eines jeden UAP-Ereignisses zu liefern.»
Interstellaren Reise zur Erde
Wenn man trotz der bis heute fehlenden Beweise für ausserirdische Wesen in Flugobjekten annimmt, dass es sie gibt, dann muss man sich über ihre Fähigkeiten und Motive Gedanken machen. Was müssen sie wollen und können, um zu uns zu gelangen?
Die Gesetze unserer Physik sind in unserer Galaxie und dem beobachtbaren Universum überall gleich, denn sie bestätigen sich bis jetzt bei allen Beobachtungen. Zum Beispiel kann sich nachweislich nichts schneller als das Licht (die Photonen) bewegen (1.080.000.000 km/h). Selbst mit einer Technologie, die Unserer weit voraus wäre, kann man sich höchstens mit einem Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit3 durch das Weltall bewegen. Der Grund ist die relative Masse, die mit steigender Geschwindigkeit im Quadrat zunimmt. Interstellare Reisen erfordern viel Zeit, Jahrhunderte, Jahrtausende und noch viel länger. Wir haben es mit einer krassen Reisebeschränkung zu tun.
Wenn sich ein Raumschiff mit 10% der Lichtgeschwindigkeit bewegen könnte – für uns ein utopischer Wert – dann kann man damit in tausend Jahren eine Distanz von 100 Lichtjahren oder 946 Billionen Kilometern zurücklegen. Das klingt nach viel, ist aber sehr wenig, denn allein unsere Milchstrasse – eine Balkenspiralgalaxie – hat einen Durchmesser von 82’000 bis 90’000 Lichtjahre4. Nach tausend Jahren Reise hätten die Ausserirdischen also einen Tausendstel des Durchmessers hinter sich gebracht. Von sehr weit her könnten sie daher kaum sein, wenn sie dann hier wären.
Dann stellt sich die Frage der Ressourcen und auch des erreichbaren Lebensalters unserer UFO-Piloten: Treibstoff und Nahrung für tausende Jahre? Eine Technologie, die nie versagt? Organismen, die sehr viel älter werden als wir?
Selbst wenn das alles möglich wäre und sie unseren Planeten auch noch finden würden (!), was wäre dann? Würden sie planlos durch unsere Atmosphäre brausen, damit wir sie beobachten können, oder würden sie plötzlich wieder verschwinden, wie sie gekommen sind, ohne mit uns in Kontakt zu treten oder Spuren zu hinterlassen? Oder würden Sie die Erde zunächst beobachten wollen und dann nach Hause kommunizieren, mit elektromagnetischen Wellen, die sich auch nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit bewegen?
Wir wissen viel mehr, als wir können. Aber auch eine Zivilisation die viel mehr kann, die technologisch viel weiter ist als wir, wäre kaum in der Lage, uns in «nützlicher Frist» zu besuchen und wenn sie das doch könnten, wohl kaum nur mit dem Ziel, von uns als UFO beobachtet zu werden. Sie wären unübersehbar, wenn sie hier wären.
Streben nach Gewissheit
Die meisten aufgeklärten Menschen sind überzeugt, dass es neben uns viele Zivilisationen im Universum5 gibt, gab oder geben wird. Das Mengengerüst lässt kaum einen anderen Schluss zu. Die unvorstellbar grosse Anzahl Galaxien, Sterne/Sonnen, Planeten, Monde und auch ihr Alter halten jeder Einschränkung für die Entstehung von Leben und seiner Entwicklung hin zu – mit uns vergleichbaren – Zivilisationen stand. Da draussen ist einfach alles viel zu gross, um irgendetwas einschränken oder ausschliessen zu können.
Lebensformen auf einem anderen Planeten könnten über eine völlig unterschiedliche DNA verfügen oder über etwas ganz anderes als eine DNA, wodurch sie mit nichts bekanntem vergleichbar wären. Wenn sie intelligent sind, dann wäre ihre Intelligenz nicht vergleichbar mit der Unseren. Ihre Motive und ihr Verhalten hätten nichts zu tun mit unseren Motiven und unserem Verhalten.
Das Mengengerüst im Universum hält aber selbst der noch kleineren Wahrscheinlichkeit stand, dass es ausserirdische Zivilisationen gibt oder gab, die uns recht ähnlich sind oder einmal waren. Auch bei einer Verkettung von vielen Voraussetzungen resultiert immer noch eine beachtliche Zahl von Möglichkeiten, geografisch über das gesamte Universum verteilt.
Wenn es um die Vermutung oder die vermutete Gewissheit geht, dass Ausserirdische entweder hier waren, hier sind, oder immer wieder auftauchen, dann richtet man sich viel zu stark nach dem dringenden Wunsch einer Begegnung. Wir wünschen uns Gewissheit, dass wir nicht die Einzigen und dass wir nicht allein im Universum sind. Dieser Wunsch nach interstellarer Gesellschaft ist ein wenig infantil und erinnert an E.T., der wirklich ganz dringend nachhause telefonieren musste.
Die wissenschaftliche Suche nach ausserirdischem Leben ist in vollem Gang, abseits von UFO-Beobachtungen, welche die Wissenschaft vermutlich eher nerven. Da ein Besuch extraterrestrischen Ursprungs auf der Erde kaum unerkannt bliebe, können sich Astronomen getrost darauf konzentrieren, Spuren von Leben zunächst in unserem Sonnensystem ausfindig zu machen und dazu Exoplaneten zu finden, auf denen das Vorhandensein von Lebensformen möglich wäre. Dabei geht es zunächst nicht um Zivilisationen, sondern um einfachste Formen von Leben. Ihre Entdeckung irgendwo in unserem Sonnensystem wäre bereits eine Sensation, auch dann, wenn man nur noch fossile Beweise früherer Existenzen finden würde – zum Beispiel Mikroben auf dem Mars6.
Zeit
Es gibt drei Möglichkeiten der zeitlichen Betrachtung: Eine extraterrestrische Zivilisation existiert zeitgleich mit uns, sie existierte lange vor uns oder sie wird erst in ferner Zukunft existieren.
Einer zeitgleichen extraterrestrische Zivilisation können wir, wenn auch mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit, begegnen. Hier oder dort ergäbe sich die einzige Möglichkeit für einen «Handshake».
Eine vergangene extraterrestrische Zivilisation wäre einfacher zu finden, wenn ihre Überbleibsel durch den Raum schweben und zufällig in die Nähe unseres Sonnensystems gelangen. Extraterrestrische Fossilien könnten während Milliarden von Jahren Zeugnis über eine vergangene Zivilisation ablegen. So ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass jemals eine Zivilisation wie wir Notiz davon nehmen kann. Zum Vergleich: Wir wissen sehr viel über die Dinosaurier, obwohl noch niemand ein lebendes Exemplar zu Gesicht bekommen hat.
Eine zukünftige – heute noch nicht existierende – extraterrestrische Zivilisation hat für uns keine Bedeutung, weil wir selbst nicht mehr existieren werden.
Darüber hinaus gibt es Ideen, die darauf abzielen, dass eine extraterrestrische Zivilisation schon vor Jahrtausenden die Erde besuchte und zum Beispiel die Grundlage für frühe Hochkulturen wie die, der Ägypter oder der Mayas legte. Erich von Däniken hat viele Bücher darüber geschrieben. Das ist aber Science Fiction: Unser Genom ist mit dem Genom irdischer Lebewesen, die es schon viel länger gibt als wir Menschen, so eng verwandt, dass ein ausserirdischer Einfluss ausgeschlossen werden kann, weil man solche Einflüsse nachweisen könnte.
Obwohl der «Handshake» mit einem Ausserirdischen am meisten Spannung und Abenteuer verspricht, ist es viel wahrscheinlicher, auf Überreste vergangener Zivilisationen oder Organismen zu stossen.
Die Evolution verläuft nicht linear
Wir glauben seit Menschengedenken, dass wir Menschen die Spitze der Evolution sind und als wir die Evolution noch nicht kannten, die Spitze einer Schöpfung. Das ist richtig, sofern wir unsere Intelligenz als Massstab nehmen. Die Evolution ist hingegen ein Mechanismus, der das Überleben von Organismen bewirkt. Dieser Mechanismus brachte im Verlauf von 2 Milliarden Jahren zwar immer komplexere Organismen hervor, einfache Organismen sind jedoch in grosser Überzahl. Es gibt auf der Erde unvorstellbar viel mehr Bakterien als Menschen. Ihre Anpassungsfähigkeit ist der Unseren weit überlegen. Leben ist ohne sie nicht möglich. Man könnte sie durchaus als die Spitze der Evolution bezeichnen, wenn man Anpassungsfähigkeit als Massstab nimmt.
Auch gibt es Tiere, die sich über lange Zeit kaum verändert haben. Krokodile7 oder Haie zum Beispiel. Abgesehen von ihrer Grösse, unterscheiden sie sich – wenn man sie mit Fossilien vergleicht – kaum von ihren Vorfahren, zu Zeiten, als Dinosaurier die Erde bevölkerten. Sie sind trotz ihrer langen Evolution nicht intelligenter geworden.
Dank dem Aussterben der Dinosaurier, verursacht durch einen Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren8, konnten sich die Säugetiere zur dominanten Spezies entwickeln und somit auch die Menschen. Ohne die Katastrophe von damals gäbe es uns nicht. Wir haben unsere Existenz also einem interstellaren Zufall zu verdanken. Die Erde wäre heute auch ohne das Zufallsprodukt Mensch mit einer Vielfalt von Flora und Fauna belebt, aber es wäre vermutlich keine Spezies dabei, die sich um extraterrestrische Angelegenheiten bemühen wollte.
Die Evolution verläuft nicht linear in Richtung intelligenter Spezies. Es reicht nicht, dass auf einem Planeten Leben möglich ist, um in gegebener Zeit eine intelligente Spezies und Zivilisation hervorzubringen, die interstellare Reisen unternehmen kann. Es braucht den richtigen evolutionären Zufall oder gleich mehrere zusammen. Dazu kommt, dass eine solche Spezies lange genug überleben muss und nicht durch apokalyptische Ereignisse ausgelöscht wird – oder sich selbst auslöscht. In der Geschichte unseres Planeten fanden nachweislich fünf solcher Ereignisse (Massensterben9) statt, die teilweise zur Auslöschung von bis zu 95% aller Lebensformen führten. Die überlebenden Spezies entwickelten sich danach weiter. Wenn hier auf der Erde alles gut geht, wird unser Planet für uns Menschen noch ca. 600 Millionen bis höchstens 1.2 Milliarden Jahre10 bewohnbar sein. Danach wird es zu heiss werden, weil sich die Sonne immer mehr ausdehnt. Wir Menschen haben heute vielleicht Zweitausendstel dieser Zeit hinter uns, seitdem die ersten Hominiden in der afrikanischen Steppe aufrecht gehend nach Nahrung suchten11.
Die Frage der Wahrnehmung
Der Begriff der Realität relativiert sich durch den Begriff der Wahrnehmung. Es gibt keine eindeutige Realität, sondern Wahrnehmungen von Realitäten, die sich vermutlich sehr viel stärker unterscheiden können, als wir es mit irdischen Massstäben kennen.
Unsere Wahrnehmung erfolgt mit unseren Sinnen: Sehen, Hören, Fühlen. Wir nehmen mit unseren Sinnesorganen ein beschränktes Spektrum von Wellen wahr. Es umfasst Temperatur, Licht und Schall. Wir haben das wahrnehmbare Wellenspektrum mit hilfreichen Geräten und Technologien, die wir erfunden haben, erweitert. Wir können zum Beispiel das Infrarotspektrum sichtbar machen, wir können Ultraschall wahrnehmen und wir können elektromagnetische Wellen erfassen und abbilden. Wir haben unsere Möglichkeiten, das Universum zu erfassen, massiv erweitert und deswegen viele Entdeckungen gemacht und das in kurzer Zeit.
Wenn wir uns eine extraterrestrische Existenz vorstellen, die über eine völlig andere Wahrnehmung verfügt als wir, dann könnte sie uns so wenig wahrnehmen, wie wir sie. Sie hätten von demselben Universum eine ganz andere Vorstellung als wir. Sie könnten sich unerkannt sogar an demselben Ort aufhalten, wie wir. Insofern relativiert sich damit die Vorstellung einer Begegnung.
Ich halte das für eher unwahrscheinlich. Die uns bekannten Steinplaneten (mit fester Oberfläche im Unterschied zu den Gasplaneten) sind sich sehr ähnlich. Auf dem Mars gibt es Wassereis und vermutlich Mikroben. Der Saturnmond Titan könnte unter seiner Eisoberfläche einen Ozean aufweisen, wie man vermutet. Eine extraterrestrische Ursuppe für allerlei Lebensformen vielleicht. Auch die zahlreichen bisher entdeckten Exoplaneten sind chemisch und physikalisch vergleichbar mit den Steinplaneten in unserem Sonnensystem. Es ist aus meiner Sicht wahrscheinlicher, dass sich Leben dort ganz ähnlich entwickeln könnte oder entwickelt hat, wie auf der Erde. Eine biologische Ähnlichkeit entsteht durch die Ähnlichkeit des Lebensraums. Deshalb sehen sich Fische relativ ähnlich.
Selbst hier auf der Erde endet das Interesse an ausserirdischen Dingen schon bei der nächst-unteren Stufe von Intelligenz. Schimpansen sind sehr intelligent und uns sehr ähnlich, aber unser Sonnensystem ist ihnen egal. Kraken sind ebenfalls sehr intelligent und Wale kommunizieren über weite Distanzen mit einer Vielzahl von Geräuschen. Aber auch sie haben keine Vorstellung von Lebensformen, die ausserhalb ihres Wasser-Universums leben.
Fermi lag wohl falsch
Ich glaube, dass Enrico Fermi – bekannt durch das Fermi-Paradoxon – bei der Vorstellung extraterrestrischer Zivilisationen von einer linear verlaufenden Evolution ausging, die nach spätestens 5 Milliarden Jahren der Existenz eines geeigneten Planeten, intelligente Wesen «hervorbringen» würde. Das mutet ein wenig nach «Schöpfung» an, nach einem Plan.
Er nahm wohl an, dass ältere Zivilisationen wie die unsere quasi automatisch viel weiter entwickelt sein würden als wir, weil sie für ihre Entwicklung mehr Zeit hatten. Auch diese Annahme – die ich ihm unterstelle – hat den Charakter der Vorsehung oder Lenkung.
Er ging grosszügig davon aus, dass anderswo mit Technologie alle Probleme gelöst wurden, welche hier und heute interstellare Reisen verunmöglichen. Das ist mutig für einen Physiker.
Er schien auch davon auszugehen, dass eine extraterrestrische Zivilisation in jedem Fall die Galaxie kolonisieren und sich ausbreiten will. Er dachte wohl, es sei alles nur eine Frage der Zeit bis menschenähnliche Wesen sich ausbreiteten, so wie wir es vielleicht täten, wenn wir könnten und müssten. Er schien nicht in Betracht zu ziehen, dass extraterrestrische Zivilisationen keinen Drang nach Ausbreitung verspüren müssen, weil sie eben nicht so sind wie wir.
Seine Annahmen haben fatalistische Züge.
Das Fermi-Paradoxon ist eine Bezeichnung für das Ergebnis von Überlegungen des Physikers Enrico Fermi aus dem Jahr 1950. Fermi ging davon aus, dass es extraterrestrische Intelligenz gibt, die technisch hochentwickelte Zivilisationen über Millionen von Jahren aufrechterhalten kann. In dieser Zeitspanne müsste es theoretisch mittels interstellarer Raumfahrt möglich sein, die gesamte Galaxie zu kolonisieren – und der Wahrscheinlichkeit nach müsste dies bereits geschehen sein. Dass dennoch die Suche nach den Spuren von außerirdischem Leben bisher erfolglos blieb, erschien ihm paradox und als Hinweis darauf, entweder die Annahmen oder die Beobachtungen infrage zu stellen.
Fazit
Wer in verschwommenen Objekten in Fotos oder Videos extraterrestrische Piloten wähnt, sollte sich, sofern man meine Überzeugung teilt, darüber im Klaren sein, dass die Wahrscheinlichkeit ihrer Existenz, zeitgleich zu der Unseren, sowie einer Begegnung sehr gering ist, so gering, wie die Ähnlichkeit ihrer Absichten mit den Unseren. Wenn es extraterrestrische Zivilisationen gibt – und es gibt sie wahrscheinlich – dann irgendwo im Universum und kaum an einem benachbarten Ort in unserer Galaxie, von dem aus unter kühnsten Annahmen eine Reise zu uns möglich und auch erstrebenswert wäre.
Stephen Hawking war pragmatischer. Er hielt es für möglich und vertrat sogar die Ansicht, dass wir besser unauffällig bleiben sollten. Genau das ist nicht gerade unsere Stärke. Es gibt also Hoffnung, dass sie uns finden. Und dann?
Christian Wenger (2021 bis 2026)
- UFO: https://de.wikipedia.org/wiki/UFO
- Hypothesengeleitete Wahrnehmung: https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/hypothesengeleitete-wahrnehmung/6873
- Lichtgeschwindigkeit: https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtgeschwindigkeit
- Milchstrasse: https://de.wikipedia.org/wiki/Milchstra%C3%9Fe
- Beobachtbares Universum, Struktur: https://de.wikipedia.org/wiki/Position_der_Erde_im_Universum
- Mikroben auf dem Mars: https://www.deutschlandfunk.de/mikroben-auf-dem-mars-lebt-da-was.740.de.html?dram:article_id=491944
- Krokodile gibt es seit 200 Millionen Jahren. Seit 80 Millionen Jahren haben sie sich nicht wesentlich verändert: https://www.br.de/wissen/krokodil-alligator-gavial-panzerechse-kaiman-100.html
- Asteroideneinschlag im Yucatán: https://www.br.de/wissen/dinosaurier-asteroid-aussterben-dino-sterben-meteorit-114.html
- Massensterben: https://www.faz.net/aktuell/wissen/massenaussterben-fuenfmal-ging-die-welt-schon-unter-14424429.html
- 600 Millionen bis 1.2 Milliarden Jahre wird es auf der Erde noch Leben geben:
https://www.n-tv.de/wissen/frageantwort/Wie-lange-gibt-es-noch-Leben-auf-der-Erde-article20831601.html Die Evolution der Hominiden: https://www.herder.de/geschichte-politik/vorgeschichte/die-evolution-der-hominiden/


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