Frühling lässt sein blaues Band…

Ein Garten in Südfrankreich: Frühling

Heute habe ich sieben geschenkte grosse und kleine Rosenbüsche eingepflanzt und bin sehr gespannt, was daraus wird. Sie mussten in einem Garten weichen und man konnte mir nicht sagen, was es für Rosen sind. Ausser dass sie vermutlich nicht duften. Aber es hat ja Platz genug, mehr als genug, in diesem Garten. Auch um auszuprobieren.

Lustig, wieder mal festzustellen: Ich bin einfach kein Planungsgärtner. Zwar habe ich das ganze letzte Jahr stunden- und insgesamt wohl tage- und wochenlang Bepflanzungspläne ausgedacht und gezeichnet und detaillierte Excel-Listen mit geeigneten Pflanzen erstellt. Aber das war eher Beschäftigungstherapie für die Ungeduld. Denn jetzt gärtnere ich wie immer: Da ist ein Beet frei und hier ist eine Tüte Spinatsamen? Auf Los geht’s los. Egal, was auf dem Plan steht. Man wird ja schon sehen, dass da später noch hier und da Platz für anderes ist. Eine Tüte schöne Saatkartoffeln? Bitte, hier ist ein leeres und hübsch angereichertes Beet und was da nicht reinpasst, kann in den Beerengarten. Und weitere Rosen, ob gross oder klein, waren überhaupt nicht geplant, aber sie könnten sich ja als wundervoll herausstellen und Platz ist genug und gratis ist cool… Probieren geht über Studieren.

Ansonsten ist der Blumenkohl riesig gewachsen und schmeckt gut – auch wenn er keine Blumen gebildet hat. Die kleinen verhutzelten Rosenkohlpflanzen haben, wie ich heute festgestellt habe, über den Winter ganz heimlich still und leise richtig dicke schöne Kugeln gemacht. Die im Herbst als Test zwischen den Blumenkohl gesetzten Kartoffeln sind oberirdisch erfroren, aber vielleicht treiben sie ja nochmal nach. Der Feldsalat ist gut gewachsen, der Pflücksalat auch, ebenso der Puntarelle, wenn er auch nicht so gross ist wie die Dinger, die man auf dem italienischen Markt kriegt. Die im Herbst gesäten Ringelblumen blühen wieder leuchtend orange. Alle Kräuter haben den Winter überstanden, die Erdbeeren auch.

Die Bodenanreicherung über den Winter hat gut funktioniert: Erst eine Lage Karton, darauf nasse Grünabfälle aus der Küche, darauf altes Laub und Äste. Wenn man jetzt mit der Schaufel durchsticht, kommt einem feuchter dunkler Boden entgegen.

Von den vielen Tulpen und Narzissen und anderen Zwiebelblumen kommt dagegen leider fast nichts. Ein einziger rosa Krokus, ein paar Narzissenhalme, ein paar Anemonenblätter… Es ist überraschend, wie «tot» auch hier im Süden alles im Winter scheint. Die Sträucher, die Bäume sehen immer noch aus wie abgestorben und man muss ganz genau hinschauen, um Knospen zu erkennen. Aber heute habe ich die erste beginnende Pfirsichblüte gesehen! Und das Wintergeissblatt blüht und duftet.

Samen anzuzüchten, stellt sich wieder mal als mühsam heraus. Wir haben keine Fensterbretter innen und so quäle ich mich und die Samen mit der Pflanzenlampe und dem Plastikgehäuse auf der Terrasse, wo es ihnen ziemlich schnell viel zu heiss wird. Es kommt nicht wirklich was und was kommt, ist winzig. Samen zu kaufen und Samen zum Wachsen bringen sind wirklich zwei verschiedene Dinge.

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