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Homöopathie in Frankreich

Während andernorts heftigst gegen Homöopathie polemisiert wird, geht man in Frankreich sehr viel pragmatischer damit um.

Zwar werden homöopathische Mittel seit 2021 nicht mehr von der Krankenkasse erstattet. Aber Dreiviertel der Franzosen haben schon homöopathische Mittel genutzt und bis zu Dreiviertel halten sie für wirksam. Auch weil die Mittel lange zu 30% von der Krankenkasse bezahlt wurden. 2017 war Frankreich mit 33% Anteil noch europäischer Marktführer im Bereich Homöopathie – vor Deutschland, der Wiege der Homöopathie, mit 27% . Dazu trug unter anderem auch der nach eigenen Angaben weltgrösste Hersteller Boiron bei, der 60% seines weltweiten Umsatzes in Frankreich macht.

Bei alldem interessiert sich niemand für die Hintergründe der Homöopathie, für Samuel Hahnemann oder sein Änlichkeitsprinzip. Man geht einfach davon aus, dass homöopatische Mittel sanft sind, dass sie oft funktionieren, nicht allzuviel kosten – und warum sollte man es dann nicht damit probieren? Homöopathie ist somit einfach ein gut vermarktbares Produkt für die Industrie. In jeder Apotheke werden einem erstmal homöopathische Mittel zur Selbstbehandlung vorgeschlagen und in den grösseren Städten findet man auch viele Allgemeinmediziner unter der Spezialisierung “Homéopathie” beim Terminportal Doctolib.

Foto von Giorgio Trovato auf Unsplash

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