Auslandsreise ins Gewisse

Stets war das Ausland klar zu orten, wenigstens für mich. Ich kannte das Ausland als alles ausserhalb der Schweiz Befindliche. Auch der Mond wäre im Ausland gewesen, wenn es mir möglich gewesen wäre, den Mond zu bereisen. Das hat sich alles geändert, stellte ich fest, als wir unsere erste Auslandsreise seit der Ankunft in Capestang antraten. Plötzlich wurde unsere Reise in die Schweiz zu einer Auslandsreise und es war mir anfangs gar nicht wohl dabei. Eigentlich ist es mir immer noch nicht wohl dabei. Ich zähle die Tage, die bis zur Rückreise noch vor uns liegen. Ich möchte einfach gerne wieder zurück, wieder nach Hause.

Dabei verlief die Autofahrt völlig problemlos, dauerte gegen acht Stunden und als wir in Solothurn ankamen und unser Hotelzimmer bezogen, kam mir alles vertraut vor. Auch die dann folgenden und wirklich schönen Stunden mit Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen und Bekannten, liessen das alte Heimatgefühl zeitweise wieder ein wenig anschwellen. Es war schön Gast zu sein. Daheim war ich nicht mehr. Die neue Heimat ist im Kopf allgegenwärtig. Ich schaue ständig in die Wetter-App, bin über Windstärke und Windrichtung im Bilde und sogar über die Höhe der Wellen an der Küste. Auch weiss ich ungefähr, was im Haus so läuft und die hilfsbereite Nachbarin versorgt Gabriele mit dem täglichen Katzenbericht.

Wir sind jetzt gerade in Deutschland in Ulm und Stuttgart bei Verwandten und Freunden. Hier fühlt es sich wieder anders an. Hier war ich nie zu Hause und so ist es im Vergleich zu früher kein Unterschied. Ich fühle mich hier wie immer, wie ich mich hier immer gefühlt habe. – Inklusive dem Wunsch, dann auch mal wieder die Heimreise anzutreten.

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